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Smart Home: Mehrheit der Deutschen bereit, signifikanten Mehrpreis für Datensicherheit zu bezahlen

Sommerzeit ist Reisezeit und damit Hochsaison für Einbrecher. Immer mehr Menschen behalten ihr Zuhause deshalb mit Kamera und Smartphone-App auch aus der Ferne im Blick. Smart Home-Geräte wie elektronische Rollläden, vernetzte Rauchmelder oder Lichtsteuerung sind häufig jedoch nicht ausreichend gesichert und damit Einfallstore für mögliche Angriffe aus dem Netz: Diebe können Haus und Bewohner über das Internet ausspähen, Bankdaten abgreifen oder sogar digitale Türschlösser öffnen.

Laut einer repräsentativen Erhebung der GfK im Auftrag der Infineon Technologies sind sich die deutschen Verbraucher dieser Sicherheitsrisiken bewusst. Die Mehrheit der Befragten aller Alters- und Einkommensklassen ist bereit, für Geräte, die gegen Angriffe und Datenklau geschützt sind, einen signifikanten Mehrpreis zu zahlen: Für 35,4 Prozent der Befragten liegt die Grenze bei einem Plus von bis zu 10 Prozent, weitere 20,9 Prozent würden bis zu 19 Prozent mehr ausgeben und 8,4 Prozent akzeptieren sogar einen Aufschlag von 20 bis 25 Prozent.

Gut 60 Prozent der Befragten finden zudem, dass ein Kennzeichen, das Auskunft über das Sicherheitsniveau des Produktes gibt, bei der Kaufentscheidung hilfreich wäre. Ähnlich dem EU-Energieeffizienzlabel für Kühlschrank oder Waschmaschine, könnten so die Sicherheitsmerkmale vernetzter Geräte transparent und verständlich dargestellt werden.

„Es ist kompliziert, das Smart Home abzusichern, doch gerade hier wurde der Verbraucher bisher alleine gelassen“, sagt Thomas Rosteck, Leiter der Sicherheitssparte von Infineon. „Wie schon bei PCs würde das Sicherheitsniveau von vernetzter Elektronik durch Firewalls, Datenverschlüsselung und ein individuelles Passwort erheblich steigen. Bereits einfache Maßnahmen schützen die Privatsphäre der Nutzer, schaffen Vertrauen in neue Lösungen und bieten Herstellern einen Differenzierungsvorteil im umkämpften Smart Home-Markt.“

Laut der Umfrage ist vernetzte Unterhaltungselektronik wie Smart TVs, Spielekonsolen oder Tablets trotz des relativ hoch eingeschätzten Sicherheitsrisikos recht stark verbreitet: 68 Prozent der deutschen Haushalte besitzen mindestens ein Gerät dieser Kategorie und haben es mit dem Internet verbunden. Intelligente Lautsprecher wie „Alexa“ sind bereits in 23,8 Prozent der Haushalte zu finden.

Zurückhaltender sind die Befragten hingegen bei Lösungen für Hausüberwachung und Sicherheit, Energiemanagement sowie Haushaltsgeräte und Lichtsteuerung. Das Sicherheitsrisiko wird hier in allen Altersklassen als besonders hoch eingeschätzt und vorhandene Geräte sind deutlich seltener online. Auffallend ist das vor allem bei Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Waschmaschinen oder Saugrobotern. Insgesamt geben 52,9 Prozent der Befragten an, ein internetfähiges Gerät zu besitzen, nur 17 Prozent der Befragten haben es jedoch mit dem Internet verbunden.

Auch bei der Anschaffung befassen sich die Verbraucher intensiv mit den Sicherheitsrisiken dieser smarten Geräte. 47 Prozent der Befragten haben bereits oder würden bei einem künftigen Kauf die Sicherheitsmerkmale von Lösungen für die Hausüberwachung und Sicherheit sehr ausführlich unter die Lupe nehmen. Bei Entertainment-Lösungen sagen das dagegen nur 22,8 Prozent.

In puncto Datensicherheit gibt es bisher keine verbindlichen Vorgaben für Hersteller von Smart Home-Geräten. Die Europäische Union ist jedoch entschlossen, das Sicherheitsniveau im Binnenmarkt anzuheben: am 27. Juni 2019 trat der EU Cybersecurity Act in Kraft. Damit werden EU-weite Vorgaben für die Zertifizierung von Produkten, Prozessen und Dienstleistungen im Bereich der Cybersicherheit eingeführt. Die Maßnahmen betreffen auch Consumer Electronic, die mit dem CE-Kennzeichen versehen werden.