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Quantencomputer stellen IT-Sicherheit in Frage

Quantencomputer sind in der Lage, die heute bewährten Verschlüsselungsverfahren – und damit einen der Eckpfeiler der Absicherung von vernetzten Umgebungen – auszuhebeln. Die heute als sicher eingestuften asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren werden in Zukunft innerhalb von wenigen Minuten zu knacken sein.

Google hat den Start für ein neues Computerzeitalter gelegt. Der Quantenprozessor Sycamore konnte in 200 Sekunden eine Berechnung durchführen, für die der schnellste derzeitige Supercomputer der Welt 10.000 Jahre gebraucht hätte. Was heute für Schlagzeilen sorgt, könnte schon in zehn Jahren alltäglich sein und das tägliche Leben im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung und dem Internet of Things auf den Kopf stellen.

Googles Enthüllung sollte als Warnzeichen dienen, um sich bereits heute auf das Post-Quantum-Zeitalter einzustellen, in dem herkömmliche Algorithmen nutzlos sein werden. Das US-amerikanische NIST (National Institute of Standards and Technology) sichtet bereits seit einiger Zeit Vorschläge für Quantum-sichere Verfahren und will in einigen Jahren Empfehlungen aussprechen, welche Algorithmen den Quantencomputern der Zukunft standhalten können.

Malte Pollmann, CSO von Utimaco, sagt hierzu: „Auch, wenn mit einem großflächigen Einsatz von Quantencomputern erst in zehn Jahren zu rechnen sein wird, muss die Infrastruktur bereits heute darauf vorbereitet werden. Die Bedrohung wird zwar erst dann akut, die Absicherung dagegen muss aber bereits heute mitberücksichtigt werden. Vernetzte industrielle Anlagen wie Wasserkraftwerke oder Windparks sind für einen langen Lebenszyklus vorgesehen und werden auch 2030 noch im Einsatz sein. Für Betreiber wird es sehr teuer und aufwändig, großflächig Komponenten auszutauschen, die nicht auf quantensichere Verschlüsselung ausgerichtet sind.

Deshalb müssen sie sich bereits heute damit befassen, ihre Applikationen, Endgeräte und Hardware-Sicherheitsmodule krypto-agil zu entwickeln. Krypto-Agilität bedeutet, dass die Komponenten sowohl klassische als auch quantensichere Algorithmen ausführen können, ohne ausgetauscht werden zu müssen. Die Devise muss also sein, sich schnellstmöglich krypto-agil aufzustellen – gerade im Bereich kritischer Infrastrukturen. Das Rennen um einsatzfähige und immer leistungsstärkere Quantenrechner wird unvermindert weitergehen.“

Foto: Pixabay

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