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Apps: Den aktuellen Stand jederzeit im Blick

Domino's Pizza wird immer beliebter. Ein Grund dafür ist, dass Kunden nach ihrer Bestellung den gesamten Prozess in der App verfolgen können. Obwohl eine solche Nachverfolgung für eine Pizza- oder Paketlieferung heute möglich ist, erreichen viele Unternehmen noch nicht den gleichen Grad an Sichtbarkeit für ihre geschäftskritischen Anwendungen. Warum ist das so?

Die meisten Unternehmen streben zwar eine digitale Transformation an, doch müssen sie klassische monolithische Anwendungen mit neuen Cloud-nativen Architekturen kombinieren. Diese Mischung aus Alt und Neu führt häufig zu großen Herausforderungen wie mangelnder Transparenz durch verschiedene Silos.

So wissen die meisten Unternehmen nicht, wie viele Apps sie haben, wo sich diese befinden und wer Zugang zu ihnen hat. Selbst bei geschäftskritischen Anwendungen besitzen sie nur selten einen konsistenten Einblick in deren Performance, Verfügbarkeit und Latenzzeit. Zudem wissen sie nicht, wo sie nachschauen müssen, wenn etwas schief läuft.

Sieben bis neun Technologiebereiche

Um eine umfassende Transparenz zu erreichen, sind jedoch meist sieben bis neun Technologie-Bereiche zwischen Anwendungscode und Endkunden zu berücksichtigen. Das bedeutet sieben bis neun potenzielle Informationssilos, die verwaltet oder orchestriert werden müssen – für eine einzige Anwendung.

Die dafür eingesetzten Lösungen stammen in der Regel von verschiedenen Anbietern und werden oft von zwei oder drei Betriebsteams im Unternehmen verwaltet. Es ist aber eine umfassende und einheitliche Transparenz in den kompletten Datenpfad nötig, um Anwendungen über alle diese Silos hinweg auf konsistente Weise bereitstellen und verwalten zu können.

Die Public Cloud als Irrweg

Als Lösungsansatz nutzen viele Unternehmen die Public Cloud. Doch dies führt häufig zu neuen Problemen:

  • Der Pfad vom Code zum Kunden unterscheidet sich jeweils für lokale Anwendungen und Cloud-Apps. So werden für jede Anwendung völlig unterschiedliche Betriebsmodelle eingesetzt – zusätzlich zu den herstellerabhängigen Silos.
  • Manche Anwendungen werden 1:1 in die Cloud übertragen, andere umstrukturiert, andere durch moderne Lösungen ersetzt und wieder andere im eigenen Rechenzentrum belassen. Dieser App-Zoo führt zum Teil sogar zu noch höherem Management-Aufwand.
  • Ehrgeizige Public-Cloud-Pläne gehen oft mit einer Reduzierung der Investitionen für das eigene Rechenzentrum einher. Dadurch entstehen echte Performance- und Sicherheitsprobleme für geschäftskritische Alt-Anwendungen.
  • Beim Umstieg auf mehrere Cloud-Anbieter sind häufig jeweils eigene Experten mit Fachkenntnissen für jede Cloud-Umgebung nötig. Dadurch entstehen sogar noch Silos innerhalb von Silos, wodurch die Komplexität weiter steigt.

 

Abhängigkeit vom Anbieter

Die meisten Anbieter entlang des Code-to-Customer-Pfads schlagen vor, diese Probleme mit einem Ansatz zu lösen, der die App-Dienste als Teil einer integrierten Infrastrukturumgebung bereitstellt. Dies hat jedoch den Nachteil, dass die Anwendungsdienste an die Infrastruktur gekoppelt werden. Dies führt langfristig zur Abhängigkeit vom Anbieter sowie zu neuen Betriebs-Silos und Herausforderungen bei der Transparenz.

Unternehmen benötigen daher eine umfassende Lösung, mit der sie Anwendungen auf konsistente Weise über alle Infrastruktursilos hinweg bereitstellen und verwalten können. Dazu eignet sich ein einheitlicher Satz von Multi-Cloud-Anwendungsdiensten.

Diese Konsistenz und die damit verbundene Transparenz helfen auch, die Kluft zwischen NetOps, SecOps und DevOps zu überbrücken. Denn diese müssen möglichst eng zusammenarbeiten, um die Performance und Sicherheit von Anwendungen zu gewährleisten.

Heute stehen erste Lösungen zur Verfügung, die ein komplettes Portfolio flexibler Angebote über den Code-to-Customer-Pfad hinweg bereitstellen. Diese sollten möglichst plattformunabhängig, konsistent und durch Partner erweiterbar sein. So erhalten Unternehmen die gewünschte und benötigte Flexibilität, um die für sie optimalen Datenpfadelemente für ihre Anwendungen zu nutzen.

Nur wenn Apps von der Entwicklung über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg bis zum Kunden konsistent und umfassend unterstützt werden, können Unternehmen differenzierte, leistungsstarke und sichere digitale Angebote mit der erforderlichen Geschwindigkeit bereitstellen. Bei vollständiger Transparenz und Verwaltbarkeit in jeder Phase lässt sich dies auf Tausende von Anwendungen pro Jahr skalieren.

 

Autor: Bernd Achatz, Director Systems Engineering, F5 Networks

 

Teaserbild: Pixabay

 

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