Home » News » Allgemein » Datenverarbeitung in Russland für Deutsche passé

Datenverarbeitung in Russland für Deutsche passé

Deutsche Unternehmen verarbeiten praktisch keine Daten mehr in Russland. Aktuell gibt in einer repräsentativen Umfrage unter 503 Unternehmen aus allen Branchen ab 20 Beschäftigten kein einziges mehr an, personenbezogene Daten nach Russland zu transferieren, um sie zum Beispiel dort von externen Dienstleistern verarbeiten zu lassen.

1 Min. Lesezeit
Das Bild zeigt die russische Flagge mit einem darüber gelegten digitalen Binärcode (Einsen und Nullen), der Russlands Beteiligung an der Datenverarbeitung und Technologie symbolisiert.
©AdobeStock/BirgitKorber

Noch bis vergangenes Jahr war es für deutsche Unternehmen nicht ungewöhnlich, personenbezogene Daten nach Russland zu übertragen und dort verarbeiten zu lassen. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat sich das grundlegend gewandelt. Inzwischen will kein einziges Unternehmen mehr personenbezogene Daten nach Russland schicken.

Deutsche Unternehmen verarbeiten praktisch keine Daten mehr in Russland. Aktuell gibt in einer repräsentativen Umfrage unter 503 Unternehmen aus allen Branchen ab 20 Beschäftigten kein einziges mehr an, personenbezogene Daten nach Russland zu transferieren, um sie zum Beispiel dort von externen Dienstleistern verarbeiten zu lassen. Im vergangenen Jahr, vor dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, hatte noch fast jedes zehnte Unternehmen (9 Prozent) personenbezogene Daten nach Russland übertragen und dort verarbeitet. „Russland hat sich mit dem völkerrechtswidrigen Angriff auf die Ukraine selbst isoliert – auch in der digitalen Welt“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Der Umgang mit personenbezogenen Daten setzt Vertrauen und Rechtstaatlichkeit voraus, beides ist in Russland gleichermaßen zerstört.“

Weitere Ergebnisse der Befragung will Bitkom in Kürze vorstellen. Internationale Datentransfers, Kooperationen für die Datenwirtschaft sowie Trends im Bereich Datenschutz sind zudem auch Themen der Bitkom Privacy Conference am 28. und 29. September 2022.  Datenschutzexpertinnen und Datenschutzexperten verschiedener Datenschutzbehörden, global agierende Unternehmen und Startups tauschen sich in der Online-Konferenz unter anderem zu aktuellen Entwicklungen in der Regulierung und Durchsetzung, zu Best Practices und datengetriebenen Innovationen aus. Die Anmeldung ist kostenlos möglich unter www.privacy-conference.com/tickets.

Der Bitkom-Hauptgeschäftsführer, Dr. Bernhard Rohleder.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder

Newsletter Abonnieren

Abonnieren Sie jetzt IT-SICHERHEIT News und erhalten Sie alle 14 Tage aktuelle News, Fachbeiträge, exklusive Einladungen zu kostenlosen Webinaren und hilfreiche Downloads.

Andere interessante News

Ransomware-Eskalation

Ransomware eskaliert trotz sinkender Angriffszahlen

Die globale Cyberlage wirkt auf den ersten Blick ruhiger. Doch der Mai 2026 zeigt eine gefährliche Verschiebung: Während die Gesamtzahl der Angriffe leicht sank, erreichte Ransomwa...

Abstrakte Darstellung einer gebrochenen Cybersecurity-Wand

Warum Backup allein nicht mehr reicht

Agentische Künstliche Intelligenz verschiebt die Kräfteverhältnisse in der IT-Sicherheit. Angriffe werden schneller, anpassungsfähiger und zerstörerischer. Unternehmen brauchen des...

Gesicht mit blauen Augen mit Europa Flagge

Anthropic-Fall zeigt Europas riskante KI-Abhängigkeit

Die Abschaltung von Fable 5 und Mythos 5 macht aus digitaler Souveränität eine operative Frage: Was passiert, wenn geschäftskritische KI nicht wegen Technik, sondern wegen politisc...