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BigBrotherAwards: And the winner is…

Bereits seit dem Jahr 2000 werden in Deutschland die BigBrotherAwards an Firmen, Organisationen und Personen verliehen, die – laut Jury – in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen sowie persönliche Daten verkaufen oder gegen ursprüngliche Interessen verwenden. Heute Abend (5. Mai 2017, 18:00h) ist es nun wieder so weit: die „Oscars für Datenkraken“ werden vergeben. Einer der eingeladenen Preisträger hat bereits vorauseilend mit Hinweis auf üble Nachrede nach §186 Strafgesetzbuch mit einer Klage gedroht.

Die BigBrotherAwards sind ein internationales Projekt: In bisher 19 Ländern wurden gefährliche Machenschaften für Menschen und Demokratie mit diesen Preisen ausgezeichnet. Die Awards sollen die sogenannten „Feinde des Datenschutzes“ dorthin bringen, wo sie nicht sein wollen: ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit. Konkrete Beispiele sollen dabei zeigen, wie die Gegenseite denkt, arbeitet und vertuscht. Zu den letztjährigen Preisträgern gehörten unter anderem das Bundesamt für Verfassungsschutz (in der Kategorie „Lifetime“, also für das Lebenswerk), die Berliner Verkehrsbetriebe, IBM oder die Generali Versicherung.

Der Name ist George Orwells Dystopie "1984" entnommen, in der der Autor bereits Ende der vierziger Jahre seine Vision einer totalitären Überwachungsgesellschaft entwarf. Die Preisskulptur, eine von einer Glasscheibe durchtrennte und mit Bleiband gefesselte Figur, wurde von Peter Sommer entworfen. Sie zeigt eine Passage aus Aldous Huxleys "Schöne Neue Welt".

BigBrotherAwards haben Wirkung

Und BigBrotherAwards haben nach Angaben der Veranstalter viel bewirkt: Sie machten die Datenschutzprobleme bei Kundenkarten bekannt und zeigten die Risiken von RFID-Chips. Schon lange vor den Skandalen bei Lidl, Telekom, Bahn und Co. wurden die Awards an diese Konzerne verliehen, für die Überwachung von Mitarbeitern und Kunden. Auch Politiker wie Otto Schily und Brigitte Zypries wurden bereits in der Vergangenheit in der Kategorie „Einschränkung der Bürgerrechte“ mit dieser fragwürdigen Auszeichnung bedacht.

Die Jury

Die deutsche Jury besteht aus Vertretern der unabhängigen Organisationen Digitalcourage e.V. (ehemals FoeBuD e.V.), Deutsche Vereinigung für Datenschutz (DVD), Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF), Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft (Fitug), Chaos Computer Club (CCC), Humanistische Union (HU) und die Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR).

Der Livestream der diesjährigen Veranstaltung startet am Freitag, 5. Mai 2017, um 17:45 lokaler Zeit (15:45 UTC) auf https://bigbrotherawards.de/stream. Die Aufzeichnungen können aber auch später auf dem Vimeo-Kanal des Digitalcourage e.V. (https://vimeo.com/digitalcourage) angeschaut werden.

 

Bildquelle: bigbrotherawards.de