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BSI plant stärkere Vernetzung deutscher Cyberakteure

Bei einem Besuch des Nationalen Forschungszentrums für angewandte Cybersicherheit ATHENE und des Fraunhofer SIT in Darmstadt ließ sich Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), zu einem engagierten Aktionsplan inspirieren. Unter anderem sollen künftig Cyberakteure in Deutschland besser vernetzt werden.

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©AdobeStock/Levin

Die Gewährleistung der Cybersicherheit erfordert eine kooperative Anstrengung von staatlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Akteuren. Um den laufenden Dialog über aktuelle Cybersicherheitsfragen zu ermöglichen, stattete Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), zwei führenden deutschen Forschungseinrichtungen im Bereich Cybersicherheit in Darmstadt einen Besuch ab. In Übereinstimmung mit der Cybersicherheitsagenda der Bundesregierung, die auf die Stärkung der deutschen Cybersicherheitsforschung und entsprechende Investitionen in innovative Forschungsprojekte abzielt, erhielt sie Einblicke in bedeutende Initiativen.

Ein herausragendes Beispiel ist die bei ATHENE entwickelte „Cyber Range“ – eine hyperrealistische Plattform für Angriffssimulationen, die es Mitarbeitern in Unternehmen und Behörden ermöglicht, sich im Erkennen und Abwehren von Cyberangriffen zu schulen. Darüber hinaus wurde ein KI-gestütztes Tool präsentiert, das bei der Identifizierung von Desinformationen unterstützt.

Claudia Plattner unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit und Vernetzung in diesem Bereich: „Forschungseinrichtungen wie ATHENE machen sehr deutlich, welches Potential wir in unserem Land auf dem Gebiet der Cybersicherheitsforschung haben. Dieses Potential müssen wir bündeln und zur Steigerung der Cybersicherheit in Deutschland und Europa nutzen. Voraussetzung dafür ist ein Dreiklang aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik mit dem Ziel, ein Cyber-Ökosystem in Deutschland zu etablieren und sichtbar zu machen: Wir müssen sichere IT-Produkte, die aus Deutschland kommen, in Deutschland einsetzen, um die Digitalisierung in Deutschland nicht nur sicher, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich zu gestalten. Wir als BSI möchten daher gezielt die Vernetzung aller Akteure fördern und ihre Zusammenarbeit koordinieren.“

Professor Michael Waidner, CEO von ATHENE, betonte die Bedeutung der Umsetzung von Forschungsergebnissen in praxisnahe Lösungen: „In der Cybersicherheitsforschung gehört Deutschland schon heute zu den weltweit führenden Nationen. Die spannende Frage ist: Was müssen wir tun, damit aus unserer exzellenten angewandten Forschung auch erfolgreiche Angebote und am Ende ein effektiver Sicherheitsgewinn für die Menschen, für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft entstehen? Diese Frage ist besonders wichtig für ATHENE als dem führenden anwendungsorientierten Spitzenforschungszentrum für Cybersicherheit in Deutschland. Unser Ziel ist, gemeinsam mit dem BSI und den anderen Akteuren im Cyber-Ökosystem Antworten auf diese Frage zu finden und in der Praxis umzusetzen.“

Professorin Haya Shulman, Mitglied im Direktorium von ATHENE und Leiterin des Forschungsbereichs „Analytics-Based Cybersecurity“ von ATHENE hob den guten Überblick ihrer Einrichtung darüber hervor, wie angreifbar deutsche Unternehmen und Behörden tatsächlich sind und welche Angriffe aktuell tatsächlich stattfinden. „Wir wissen aber auch, wie sich diese Sicherheit effektiv und praktisch verbessern lässt. Wir brauchen mehr Forschung und Entwicklung in diesem Bereich, und mehr Innovationen, die in der Praxis auch tatsächlich helfen. Dafür steht die Forschung bei ATHENE.“

Foto: BSI

V.l.n.r.: Prof. Michael Waidner (CEO von ATHENE), Claudia Plattner (Präsidentin des BSI), Prof. Haya Shulman (Mitglied im Direktorium von ATHENE)

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