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Cyberresilienz in sieben Phasen: KMUs und Datenschutz

Kleinere und mittelständische Unternehmen (KMUs) haben oft Probleme bei der Cyberresilienz. Einer schnellen, vollständigen und möglichst automatisierten Erholung von einem Cyberangriff steht oft entgegen, dass einzelne technologische Inseln und Silos nicht unter dem Dach einer konsolidierten Resilienz-Strategie zusammengeführt sind. Die sieben Phasen der Cyberresilienz können dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen. Externe Partner und Dienstleister spielen dabei eine wichtige Rolle.

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Cyber-Security
Foto: ©AdobeStock/Looker_Studio

In der heutigen digitalisierten Geschäftswelt sind Daten zweifellos das wertvollste Gut eines jeden modernen Unternehmens, unabhängig von seiner Branche und Größe. Die Fähigkeit, auf geschäftskritische Informationen zuzugreifen und diese zu schützen, ist für den reibungslosen Betrieb und den Erfolg eines Unternehmens von entscheidender Bedeutung. Ein technischer Ausfall, ein Cyberangriff oder eine Naturkatastrophe kann den Zugriff auf diese Daten gefährden und erhebliche Auswirkungen auf Teilbereiche oder sogar den gesamten Betrieb haben. In diesem Zusammenhang gewinnt die Ausfallsicherheit und Resilienz von IT-Infrastrukturen eine immer größere Bedeutung.

Resiliente Unternehmen im Bereich Datenschutz und Datensicherheit haben Prozesse und Strategien implementiert, die ihnen eine schnelle Erholung von jeder datenkritischen Situation garantieren. Sie haben klare Pläne zur Sicherung und Wiederherstellung ihrer Daten und können so den Betrieb ohne längere Ausfallzeiten wiederherstellen. Diese Resilienz ermöglicht es ihnen, auch nach unvorhergesehenen Ereignissen, wie Cyberangriffen oder Naturkatastrophen, geschäftsfähig zu bleiben und den Schaden zu minimieren.

Allerdings verfügen nicht alle Unternehmen über eine ausgereifte Resilienzstrategie. Besonders kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) sind oft nicht ausreichend auf mögliche Bedrohungen vorbereitet. Eine kürzlich von Arcserve durchgeführte internationale Studie bestätigt diese Herausforderung. Laut der Studie verfügen nur 23 Prozent der KMUs über eine robuste Resilienzstrategie für die Datensicherheit.

Dieses Defizit ist nicht überraschend, da KMUs oft mit begrenzten Ressourcen arbeiten und sich hauptsächlich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Die Leitung eines Unternehmens, Marketing, Vertrieb und Kundenservice nehmen einen Großteil ihrer Zeit und Energie in Anspruch, sodass es schwierig wird, zusätzliche Aufgaben wie Cybersicherheit und Datensicherung angemessen zu bewältigen. Infolgedessen geraten IT-Sicherheitsaspekte häufig in den Hintergrund.

Es ist daher unerlässlich, dass KMUs die Bedeutung von Cybersicherheit und Datenschutz erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihre IT-Infrastruktur und Daten angemessen zu schützen. Die Implementierung einer wirksamen Cyberresilienzstrategie sollte zu den Prioritäten jedes Unternehmens gehören. Die „sieben Phasen der Trauer“ aus der Psychologie lassen sich in diesem Zusammenhang als Analogie verwenden, um die Reaktion von KMUs mit Datenschutzproblemen zu beschreiben:

1. Schock und Leugnung:
In dieser Phase werden KMUs erstmals mit den potenziellen Risiken für ihre Daten konfrontiert und sind schockiert über das Ausmaß möglicher Schäden. Einige Unternehmen verleugnen möglicherweise zunächst die Ernsthaftigkeit der Bedrohung, da es schwer fällt zu glauben, dass ihr Unternehmen tatsächlich von einer solchen Bedrohung betroffen sein könnte.

2. Schmerz und Schuldgefühle:
Wenn die Bedrohung für die Datenrealität wird, verursacht dies Schmerz. Die möglichen Verluste oder Schäden am Unternehmen können zu Schuldgefühlen führen, insbesondere wenn das Unternehmen in der Vergangenheit den Datenschutz nicht ernst genug genommen oder unnötige Risiken eingegangen ist.

3. Wut und Verhandlungsbereitschaft:
In dieser Phase kann Wut aufkommen, da das Unternehmen die Umstände, die zur Bedrohung der Daten geführt haben, hinterfragt. Es könnte versucht sein, nach schnellen Lösungen zu suchen, ohne eine umfassende Strategie zu entwickeln.

4. Depression:
Die Komplexität des Datenschutzes und die potenziellen Folgen eines Datenverlusts können zu einer Art Depression führen. KMUs fühlen sich möglicherweise überfordert angesichts der Herausforderungen, die der Datenschutz mit sich bringt.

5. Aufwärtstrend:
Sobald ein Unternehmen beginnt, konkrete Schritte zur Verbesserung seiner Datensicherheit zu unternehmen, geht es aufwärts. Es erkennt, dass die Umsetzung von Cyberresilienz zwar komplex sein kann, aber machbar ist. Ein erster Schritt könnte darin bestehen, kritische Betriebssysteme und Daten zu identifizieren und deren Schutzpriorität festzulegen.

6. Wiederaufbau und Aufarbeitung:
In dieser Phase arbeitet das Unternehmen aktiv daran, seine Datensicherungsstrategien zu verbessern. Es implementiert neue Maßnahmen, verbessert seine Systeme, schult Mitarbeiter und führt die notwendigen Arbeiten zur Stärkung der Datenresilienz durch.

7. Akzeptanz und Hoffnung:
Schließlich akzeptiert das Unternehmen die enorme Bedeutung der Datensicherheit und die damit verbundenen Anforderungen. Mit den richtigen Kontrollen und Warnsystemen ist das Unternehmen in einer besseren Position, unbefugten Zugriff zu verhindern und sich von Datenvorfällen schnell zu erholen. Es hat wieder Hoffnung, besser auf Datenbedrohungen reagieren zu können.

Ein möglicher Weg für KMUs, ihre Cyberresilienz zu verbessern, besteht darin, mit spezialisierten Dienstleistern zusammenzuarbeiten, die über Fachkenntnisse in den Bereichen Datensicherung, Cybersicherheit und Datenschutz verfügen. Diese Dienstleister können KMUs dabei unterstützen, eine effektive Sicherungs- und Wiederherstellungsstrategie aufzubauen und umzusetzen. Dadurch können KMUs von der Expertise und den Best Practices dieser Dienstleister profitieren, ohne dabei eine eigene Abteilung für Cybersicherheit aufstellen zu müssen.

Zusätzlich zu den Sicherheitsaspekten spielt auch das Budget eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung einer angemessenen Cyberresilienzstrategie. Größere Unternehmen können sich oft eine eigene IT-Sicherheitsabteilung leisten, doch für viele KMUs ist dies keine realistische Option. Durch die Zusammenarbeit mit spezialisierten Service-Providern können KMUs kosteneffizient auf die benötigten Verfahren und Fachkenntnisse zugreifen. Mit skalierbaren Lösungen und flexiblen Tools können sie einen soliden Backup- und Recovery-Plan erstellen, der sie angemessen auf potenzielle Datenvorfälle vorbereitet.

Es steht viel auf dem Spiel, und die Bereitstellung eines angemessenen Budgets für die Datensicherheit und Cyberresilienz ist unerlässlich. KMUs können mit Hilfe von erfahrenen Dienstleistern kostengünstig eine effektive Sicherungs- und Wiederherstellungsstrategie aufbauen und sich so vor den Risiken von Datenverlusten und Cyberangriffen schützen. Eine starke Cyberresilienz ermöglicht es KMUs, ihre Geschäftskontinuität zu gewährleisten und sich trotz potenzieller Bedrohungen erfolgreich weiterzuentwickeln.

René Claus, EMEA MSP Sales Director bei Arcserve

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