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Empfehlungen für mehr Cyber-Resilienz

Unternehmen sollten sich nicht ausschließlich auf die Gefahrenabwehr konzentrieren, sondern sich auch auf den Ernstfall vorbereiten, um die Auswirkungen erfolgreicher Attacken gering zu halten und den Geschäftsbetrieb schnellstmöglich wieder aufnehmen zu können. Doch wie lässt sich Cyber-Resilienz erreichen?

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©AdobeStock/Murrstock

Durch Homeoffice und die Cloud hat sich die Angriffsfläche von Unternehmen erheblich vergrößert. So lassen sich Benutzer, Daten und Systeme nicht mehr hinter der klassischen Perimeter-Security verstecken. Unternehmen benötigen daher Konzepte und Lösungen, die ihnen helfen, Schäden durch Cyber-Attacken zu minimieren und handlungsfähig zu bleiben – doch genau das fällt ihnen schwer. Laut der Studie „Global Data Protection Index“ von Dell Technologies fürchten 67 Prozent, ihre Schutzmaßnahmen seien nicht ausreichend, um mit der Bedrohung durch Ransomware und anderer Malware fertigzuwerden. Zudem sind 63 Prozent nicht überzeugt, alle geschäftskritischen Daten nach einer schwerwiegenden Attacke wiederherstellen zu können.

Mit einigen Maßnahmen und Strategien lässt sich jedoch die Cyber-Resilienz des eigenen Unternehmens stärken:

Zero-Trust: Zero-Trust ist ein Sicherheitskonzept, das nach dem Prinzip „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ auf eine Verifizierung aller Zugriffe setzt. Statt einem Benutzer nur deshalb zu vertrauen, weil er sich schon einmal an einem System authentifiziert hat, werden alle Zugriffsanfragen konsequent überprüft. Dadurch kann ganz individuell entschieden werden, ob ein Zugriff durch den jeweiligen Benutzer auf das gewünschte System zum aktuellen Zeitpunkt gewährt oder abgelehnt wird. Im Zusammenspiel mit einer restriktiveren Rechtevergabe schränkt das den Handlungsspielraum von Cyberkriminellen massiv ein. Selbst wenn es ihnen gelingt, Benutzeraccounts zu übernehmen oder Systeme zu infiltrieren, können sie sich mangels Rechten nicht weiter innerhalb der Infrastruktur ausbreiten.

Smarte Tools: Moderne Security-Tools bieten einen mehrschichtigen Schutz, weil sie verschiedene Erkennungsmechanismen miteinander kombinieren. Sie führen beispielsweise automatische Integritätschecks durch, um Manipulationen an Daten zu entdecken, und nutzen künstliche Intelligenz, um ungewöhnliches und von historischen Zugriffsmustern abweichendes Benutzerverhalten aufzuspüren. In solchen Fällen können sie automatisch Gegenmaßnahmen einleiten und dadurch größere Schäden verhindern. Zu den möglichen Echtzeit-Reaktionen zählen das Stoppen der betreffenden Aktivitäten und das Isolieren der betroffenen Systeme. Auch Datensicherungen und Replikationen lassen sich anhalten, um zu verhindern, dass manipulierte oder infizierte Dateien in einem Backup oder auf anderen Systemen landen.

Standards und APIs: Auf den Ausfall eines einzelnen Systems sind Unternehmen meist gut vorbereitet, doch sie brauchen auch Strategien, um sich gegen Cyber-Attacken zu wappnen, die mehrere Systeme oder ein ganzes Rechenzentrum betreffen. Schließlich macht eine Ransomware in der Regel nicht nach einem Server halt, sondern versucht möglichst viele Daten zu verschlüsseln. Moderne Schutzlösungen, die Daten zuverlässig sichern und beispielsweise zu anderen Standorten oder in die Cloud replizieren, helfen, den Geschäftsbetrieb im Ernstfall ohne größere Unterbrechungen fortzusetzen. Das gelingt allerdings nur mit Plattformen und Anwendungen, die durch die Unterstützung offener Standards und Schnittstellen eine reibungslose Migration von Workloads erlauben. Andernfalls drohen unliebsame Überraschungen, wenn Daten in Silos feststecken und sich nicht zuverlässig sichern oder wiederherstellen lassen.

Isolierte Datentresore: Da Cyberkriminelle inzwischen gezielt Datensicherungen unbrauchbar machen, benötigen Unternehmen einen sicheren Aufbewahrungsort für geschäftskritische Daten wie Forschungsergebnisse oder Konstruktionszeichnungen. In einem Cyber Recovery Vault, der durch ein betriebliches Air Gap vom Rest der Infrastruktur getrennt und nur mit gesonderten Zugangsdaten sowie Multifaktor-Authentifizierung zugänglich ist, sind die Datenschätze allen unbefugten Zugriffen entzogen. Werden die Originaldaten durch eine Attacke kompromittiert oder verschlüsselt, lassen sie sich aus dem Vault schnell und zuverlässig wiederherstellen.

Konsolidierung: Oft haben Unternehmen für bestimmte Systeme und Anwendungen spezielle Sicherheitslösungen von verschiedenen Anbietern angeschafft. Dadurch ist ein komplexes Geflecht aus Tools entstanden, das den IT-Teams viel Arbeit macht und fehleranfällig ist. Im Ernstfall verzögert oder verhindert es die Wiederherstellung, sodass Ausfallzeiten und Kosten steigen. Laut der Studie von Dell haben Unternehmen, die auf die Lösungen mehrerer Anbieter setzen, häufiger mit Datenverlusten, Downtimes oder zeitweise nicht verfügbaren Daten zu kämpfen als Unternehmen, die auf nur einen Anbieter vertrauen. Die Konsolidierung der für Data Protection genutzten Tools ist daher ein wichtiger Schritt zu einem höheren Schutzniveau und mehr Cyber-Resilienz.

„Unternehmen brauchen Cyber-Resilienz, um Angriffe frühzeitig zu erkennen, wirksame Gegenmaßnahmen einzuleiten und sich schnell von den Auswirkungen zu erholen. Sind sie dazu nicht in der Lage, werden Geschäftsprozesse empfindlich gestört und es drohen Umsatzverluste, Reputationsschäden sowie hohe Kosten“, betont Alexander Gaiswinkler, Presales Manager Corporate and Public for Data Protection Solutions bei Dell Technologies in Deutschland. Um die Cyber-Resilienz zu stärken, sei ein mehrschichtiger Ansatz notwendig, der verschiedene Tools, Maßnahmen und Strategien umfasst – und der kontinuierlich überprüft und verbessert werden muss.

(www.delltechnologies.com)

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