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Deutschland als Ziel für Cyberattacken immer beliebter

Im Jahr 2021 gab es in Deutschland zwölf Prozent mehr Cyber-Straftaten als im Jahr davor – ein neuer Höchststand. Das meldet das Bundeskriminalamt (BKA) im Zusammenhang mit der Veröffentlichung seines „Bundeslagebild Cybercrime“ für 2021.

Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) im aktuellen Bundeslagebild Cybercrime gab es in Deutschland 2021 insgesamt 146.363 Cybercrime-Delikte und damit deutlich mehr als je zuvor. Insbesondere die zunehmende Verzahnung internationaler Lieferketten, sowie die durch Corona weiter beschleunigte Digitalisierung hätten dazu beigetragen, die Angriffsflächen zu erhöhen. Die einfache Verfügbarkeit von „Cybercrime-as-a-Service“ mache es zudem auch für technisch nicht versierte Kriminelle einfach, Angriffe durchzuführen, beziehungsweise durchführen zu lassen. Favoriten bei den Angriffsmethoden blieben Ransomware und DDoS-Attacken.

Die Aufklärungsrate blieb mit 29,3 Prozent hinter den Zielen, bei mehr als zwei von drei Attacken konnten die Akteure nicht ermittelt werden. Das Scheitern einer höheren Quote begründet die Behörde unter anderem damit, dass immer mehr Angriffe automatisiert erfolgten und Täter selten aus dem deutschen oder europäischen Rechtsraum heraus agierten. Dennoch gibt es auch Positives zu vermelden. So gelang es den Ermittlungsbehörden im vergangenen Jahr etwa, die Emotet-Infrastruktur, den VPN-Dienstleister vpnlab.net und den bedeutenden Darknet-Marktplatz Hydra Market zu zerschlagen.

„Das Bundeslagebild zeigt, dass die Bedrohungslage durch Cybercrime weiterhin sehr hoch ist. Neben den rein monetären Schäden beeinträchtigten Ransomware-Angriffe auf Unternehmen, Kritische Infrastrukturen und die öffentliche Verwaltung oder ganze Lieferketten auch die Funktionsfähigkeit des Gemeinwesens im In- und Ausland. Insbesondere im Bereich Ransomware ist damit das Bedrohungspotential im Jahr 2021 nochmals deutlich angestiegen“, so BKA-Vizepräsidentin Martina Link. Für die Aufklärung und Bekämpfung von Cybercrime erachtet sie eine enge und vertrauensvolle Kooperation zwischen Strafverfolgungsbehörden und privaten Unternehmen für unerlässlich: „Letztendlich kann die Bekämpfung von Cybercrime nur gemeinsam gelingen: im Dreiklang von gefahrenabwehrenden und repressiven Maßnahmen, präventiven IT-Sicherheitsvorkehrungen und einer ausreichenden Sensibilisierung von Bürgern und Unternehmen hinsichtlich der Gefahren beziehungsweise Eintrittsvektoren durch Cybercrime“.

 

 

 

 

 

 

Foto: AdobeStock/Huna