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Dark Data: Die dunkle Seite der Datenauswertung

Der Begriff Dark Data klingt unheimlich, wenn nicht gar gefährlich. Und in der Tat, dieser verborgene Teil der gesammelten Datenberge, birgt Risiken für Unternehmen. Dabei besteht die größte Gefahr nicht darin, dass diese dunklen Daten etwa illegal sind, sondern vielmehr unkontrollierbar. Was genau steckt dahinter?

Unternehmensdaten lassen sich in drei Kategorien unterteilen:

1. Geschäftskritische Daten: Hierbei handelt es sich um Informationen, die einfach offenkundig wichtig für den Betrieb und Unternehmenserfolg sind. Sie lassen sich leicht erheben und messen. Mit einem Anteil von 15 Prozent an der Gesamtdatenmenge sind sie aber vergleichsweise überschaubar.

2. ROT-Daten: Der Name ROT steht für „Redundant, Obsolet, Trivial“. Sie stellen Daten ohne Geschäftswert dar. Hierzu zählen vor allem Spam, Werbung oder Phishing-Mails. Sie entsprechen ungefähr 19 Prozent in Deutschland, der europäische Schnitt liegt bei 32 Prozent.

3. Dark Data: Bei den dunklen Daten handelt es sich um ungenutzte Daten, die in den Untiefen der Speicherplattformen schlummern. Ihr Wert ist noch nicht identifiziert, daher kann sich später herausstellen, dass sich unter ihnen auch geschäftskritische- und/oder ROT-Dateien befinden. In der Regel sind es aber betriebliche Informationen, die der Auswertung entgehen und ungenutzt bleiben. Gemeint sind häufig Informationen über Social Skills wie Teamfähigkeit oder kommunikative Kompetenzen, die oft im Tagesgeschäft einer Firma gesammelt werden. Als Beispiele seien hier Server-Log-Dateien genannt, die Hinweise auf das Verhalten der Website-Besucher geben könnten. Aber auch detaillierte Anrufer-Aufzeichnungen, die die Konsumentenstimmung widerspiegeln. Dark Data machen in Deutschland 66 Prozent – im Rest Europas dagegen nur 53 Prozent aus.

Die unzureichende Erschließung dieser unbekannten Daten schlägt sich auch im Umkehrschluss in Zahlen nieder. Denn durch die mangelnde Indexierung werden Unternehmen weltweit etwa 784 Milliarden Euro alleine für die Pflege wertloser ROT-Daten aufbringen müssen. Um diesen großen Anstieg aufzufangen, haben 2016 bereits alleine im EMEA-Raum 46 Prozent der Unternehmen in Cloud-Speicher investiert – 2015 waren es noch 33 Prozent. Deutsche Unternehmen wenden mit 1.000 Terabyte an Daten jährlich 594.000 Euro auf, um triviale Informationen zu verarbeiten, die absolut irrelevant für das Geschäft sind. Langsam wird den Organisationen dieser Umstand aber bewusst, jedoch fehlt es ihnen an einer ganzheitlichen Systemlösung, um diesen potenziellen Datenschatz zu heben und messbar zu machen – und vor allem anzuzapfen. So versteckt sich hinter diesem Datenberg nicht nur ungenutztes Potential, sondern auch eine Gefahr.

Daten sollten schließlich einen Wert besitzen – und vor allem Mehrwert schaffen. Die Thematik erhält unter dem Damoklesschwert der Datensicherheit daher eine ganz besondere Dimension. Denn Dark Data, die ungenutzt durch die Vorratsdaten schwirren bergen die Gefahr, schädlich für das Unternehmen zu werden. Denn einige der Daten könnten brisante Informationen über die Organisation enthalten oder sogar gegen bestehende Compliance-Regeln verstoßen.