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Mit Künstlicher Intelligenz gegen Kinderpornografie

Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen finden im Internet immer größere Verbreitung. Gleichzeitig wird die Aufklärung solcher Delikte immer aufwendiger, weil in kurzer Zeit eine Fülle von Beweismaterialen auszuwerten ist. An dieser Stelle kann künstliche Intelligenz (KI) einen wertvollen Beitrag leisten.

Allein 2020 stieg die Zahl der Verdachtsfälle von Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen Deutschland um mehr als 50 Prozent. Ein jetzt erfolgreich abgeschlossenes Forschungsprojekt des Ministeriums der Justiz des Landes NRW, der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) der Staatsanwaltschaft Köln und Microsoft Deutschland, belegt nun, dass KI bei der Entdeckung und Bekämpfung solcher Fälle große Unterstützung bieten kann. Entwickelt wurde eine rechtssichere- und hybride Cloud-Lösung zur automatisierten Erkennung und Kategorisierung von Kinder- und Jugendpornografie, die sich in der bisherigen Testphase bei der Beweissicherung bewährt hat. In 92 Prozent aller Fälle konnte sie Bilder korrekt kategorisieren. Nach Abschluss der Praxistests steht dem regulären Betrieb technisch nichts entgegen. Dank ihrer offenen Architektur kann die Cloud-basierte Lösung in Zukunft auch von nationalen wie internationalen Behörden leicht genutzt werden. 

Peter Biesenbach, Minister der Justiz des Landes NRW: „Das Ausmaß strafbarer Handlungen hat durch das Internet erheblich zugenommen. Unser Projekt ist ein Meilenstein für die schnelle Auswertung kinderpornographischer Darstellungen. Künstliche Intelligenz kann selbstverständlich keine menschlichen Ermittler/innen ersetzen, aber sie kann uns helfen, Zeit zu gewinnen. Zeit für wichtige weitere Ermittlungsarbeit. Zeit für die beschleunigte Bearbeitung dieser Verfahren, bei denen es sich oft um Haftsachen handelt. Und ganz besonders wichtig: Zeit für die Aufdeckung noch andauernder Straftaten. Jede gewonnene Minute durch KI-unterstützte Auswertung kinderpornographischer Inhalte kann helfen, noch andauernden Kindesmissbrauch schneller zu verhindern. Wir müssen und werden jede Möglichkeit nutzen, das unfassbare Leid dieser Kinder zu beenden.“ 

Mit der automatischen Erkennung von Kinder- und Jugendpornografie präsentiert das Projektteam einen technisch anspruchsvollen Ansatz auf Basis der Microsoft Cloud sowie Technologien für künstliche Intelligenz: Die hybride Cloud-Lösung ist speziell auf die Bedürfnisse der Strafverfolgungsbehörden abgestimmt. So kann die KI-basierte Analyse des Verdachtsmaterials sowohl lokal in den Rechenzentren der Behörden (On-Premises) als auch in den deutschen Rechenzentren von Microsoft erfolgen. 

Für die Einhaltung der strengen Rechtsvorschriften sorgt ein speziell entwickelter Abstraktionsalgorithmus, der die Bilddateien vollständig und irreversibel abstrahiert und anonymisiert (dekonstruiert). Für das menschliche Auge sind nach dieser Dekonstruktion keine Bildinhalte mehr erkennbar. Dieser Prozess erfolgt ausschließlich in den Rechenzentren der Strafverfolgungsbehörden. „Wir haben den belastbaren Nachweis erbracht, dass innovative Technologie Ermittlerinnen und Ermittler unterstützen kann und ein rechtssicherer Einsatz hybrider Cloud-Lösungen möglich ist“, sagt der Leiter der ZAC NRW, Oberstaatsanwalt Markus Hartmann. 

Erkennungsrate der KI liegt bei 92 Prozent 

Ein KI-Algorithmus sortiert die dekonstruierten Bilddateien vor und klassifiziert sie. In der bisherigen Projektphase war die KI in der Lage, Bilder in 92 Prozent der Fälle korrekt zu kategorisieren. Verdächtige Bilder können somit priorisiert bearbeitet und gegebenenfalls Folgemaßnahmen eingeleitet werden. Zusätzlich zu der Klassifizierung können per optischer Zeichenerkennung (Optical Character Recognition/OCR) auch gedruckte oder handschriftliche Texte direkt auf den Bildern erkannt und automatisch mit vordefinierten Schlagwortlisten abgeglichen werden. 

KIgegenKinderporno

Allein 2020 stieg die Zahl der Verdachtsfälle von Missbrauchsdarstellungen von Kindern und Jugendlichen Deutschland um mehr als 50 Prozent. Ein jetzt erfolgreich abgeschlossenes Forschungsprojekt belegt nun, dass KI bei der Entdeckung und Bekämpfung solcher Fälle große Unterstützung bieten kann.

 

Quelle: Microsoft

 

 

 

Teaserfoto: © Adobe Stock/m.mphoto