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Erpressersoftware „TorrentLocker“ verbreitet sich über Dropbox

Erpressersoftware wie TorrentLocker haben sich 2016 zur Plage entwickelt. Zwar wird die Zunahme neuer Schädlingsfamilien ab diesem Jahr geringer. Doch die Gefahr bleibt weiter akut: Denn die Cyberkriminellen diversifizieren ihre Angriffstaktiken. Bisher startete die Verschlüsselung von TorrentLocker, wenn die Anwender auf bösartige E-Mail-Anhänge klickten. Eine neue Angriffsvariante dieser Erpressersoftware, die Forscher des japanischen IT-Sicherheitsanbieters Trend Micro entdeckt haben, schleust jedoch den Schädling, getarnt als angebliche Rechnungen, über Dropbox-Links ein. Klicken die Anwender auf diese bösartigen Links, lösen sie die Infektion ihrer Rechner mit der Erpressersoftware aus. Mit über 36 Prozent der im Beobachtungszeitraum vom 26. Februar bis 6. März 2017 von Trend Micro gezählten bösartigen 54.688 Spam-Nachrichten von 815 missbrauchten Dropbox-Konten steht Deutschland an erster Stelle der betroffenen Länder.

Der Austausch von Dateien über das Internet und entsprechende Diensteanbieter werden auch bei deutschen Unternehmen immer beliebter. Cyberkriminelle folgen stets den Gewohnheiten der Anwender. Und je verbreiteter die Nutzung solcher Cloud Services ist, desto wahrscheinlicher missbrauchen Online-Gangster diese als neue Angriffswege. Schließlich können Cyberkriminelle rechnen. Je niedriger die Durchschnittskosten einer Infektion, desto beliebter der zugehörige Angriffsweg. Ganz nebenbei werden dabei die Sicherheitsmechanismen am Gateway überlistet, weil kein verdächtiger Anhang vorliegt, der Link von einer legitimen Domäne stammt und dieser zudem über das legitime SSL-Protokoll abgesichert ist. So betrachtet war es in der Tat nur eine Frage der Zeit, bis eine verbreitete Erpressersoftware wie TorrentLocker auch über Services à la Dropbox verteilt wird.

Trend Micro hat Dropbox über die Gefahr informiert. Laut dessen Sicherheitsteam wurden alle entdeckten bösartigen Dateien entfernt und die betroffenen Nutzerkonten gesperrt.

Was man gegen TorrentLocker tun kann

Eine grundlegende Möglichkeit, sich vor Erpressersoftware zu schützen, sind neben Anwenderschulungen in den Unternehmen und einem gesunden Misstrauen regelmäßige Datensicherungen (Backups). Dabei sollten die Anwender der 3-2-1-Regel folgen – drei Kopien in zwei Formaten auf einem isolierten Medium. So lassen sich zum Beispiel die Familienfotos erstens auf einem externen Speichermedium (externe Festplatte oder Stick) speichern, zweitens in der Cloud ablegen und drittens auf eine CD brennen. Der Cloud-Speicher und der nicht eingesteckte USB-Stick verhindern dabei, dass TorrentLocker auch die Sicherungskopien verschlüsseln und löschen kann. Sollte kein Cloud-Speicher vorhanden sein und der USB-Stick mit dem Rechner verbunden, so wären wenigstens die auf CD gebrannten Bilder sicher, selbst wenn diese im CD-Laufwerk eingelegt wäre.

Generell sollten Anwender auf ihren Geräten eine moderne, mehrschichtige Sicherheitssoftware installieren und stets auf dem aktuellen Stand halten. Außerdem sollten diese Schutzlösungen über Cloud-Sicherheitsmechanismen verfügen, damit etwa Webadressen, die zu Erpresser- und anderer Schadsoftware führen, oder E-Mails mit bösartigen Links geblockt und bösartige Dateien gar nicht heruntergeladen oder ausgeführt werden. Zusätzlich bietet die Verhaltensanalyse solcher Sicherheitssoftware Schutz und kann eine unbekannte oder zunächst nicht erkannte Bedrohung noch vor dem eigentlichen Schaden abwehren.

Im Falle einer Infektion mit Erpressersoftware generell können Anwender kostenlose Werkzeuge wie das Trend Micro Crypto-Ransomware File Decryptor Tool nutzen, um bestimmte Varianten von Erpressersoftware mit Dateiverschlüsselung unschädlich zu machen, indem die Dateien wieder entschlüsselt werden.