Phishing über Microsoft: Wenn echte Logins zur Falle werden
Mehr als 200 Phishing-Mails trafen rund 120 Organisationen. Statt Microsoft-Seiten zu fälschen, missbrauchten die Täter echte Anmelde- und Einwilligungsprozesse – mit weitreichenden Folgen für Microsoft 365.

Check Point Research (CPR) beobachtete vom 25. Juni bis in die zweite Juliwoche eine internationale Kampagne. Die E-Mails tarnten sich als über Microsoft Teams zugestellte Personalaufgaben und führten auf eine legitime Microsoft-Anmeldeseite.
Gefälschte Aufgabe, echter Dialog
Die Nachrichten imitierten Microsoft Planner. Hinweise auf Gehaltsabrechnung und „4 überfällige Mitarbeiteraufgaben“ sollten zu einem schnellen Klick verleiten. Alle Schaltflächen führten über dieselbe Weiterleitung; die sichtbare Absenderadresse gehörte sogar zur Zielorganisation.
Nach der Anmeldung erschien ein echter Einwilligungsdialog. Dort sollten Opfer einer vom Angreifer kontrollierten Anwendung OAuth-Berechtigungen erteilen. CPR fasst die Taktik so zusammen: Die Täter imitieren Microsoft nicht mehr, sondern nutzen dessen Dienste direkt. Gefälscht sei nur „die Absicht hinter der App“.
Email über eine MS-Teams-Benachrichtigung, der Anwender solle einer verseuchten Anwendung Berechtigungen erteilen.

Zugriff auf Microsoft 365
Je nach Freigabe kann die Anwendung zugreifen auf:
- E-Mail: lesen, suchen und senden – etwa für Business Email Compromise (BEC)
- Dateien: öffnen, herunterladen und freigeben
- Teams: Chats, Nachrichten und Unterhaltungen
- SharePoint: Websites, Bibliotheken und interne Inhalte
- OneDrive: persönlichen Cloud-Speicher
- Kalender: Termine, Einladungen und Teilnehmerdaten
Die Technik ist im MITRE ATT&CK-Framework erfasst und entwickelte sich laut CPR 2026 vom gezielten Angriff zum mietbaren Dienst.
Schutz vor manipulierten Einwilligungen
- Links prüfen, besonders wenn mehrere Schaltflächen zur selben URL führen
- Absendername, Adresse und Domain abgleichen
- internen Absendern nicht automatisch vertrauen
- Teams und andere Dienste direkt über die offizielle App öffnen
- verdächtige Nachrichten sofort melden, damit Anwendungen geprüft, Einwilligungen widerrufen, Konten untersucht und weitere Aktivitäten blockiert werden
Unternehmen sollten zudem App-Einwilligungen begrenzen und OAuth-Berechtigungen zentral überwachen.
Weitere Informationen gibt es hier.
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