Microsoft sieht sich ClickFix-Betrugsmethode genauer an
Cyberkriminelle nutzen gefälschte Fehlermeldungen, um Nutzer zur Installation von Schadsoftware zu verleiten. Die Angriffe imitieren bekannte technische Probleme und fordern zu vermeintlichen Lösungsschritten auf. Die Analysten von Microsoft haben sich die Methode genauer angesehen.

Sicherheitsforscher von Microsoft haben die Social-Engineering-Technik namens „ClickFix“ genauer analysiert, die Internetnutzer durch vorgetäuschte technische Probleme zur Installation von Malware verleitet.
Die ClickFix-Methode basiert auf der Simulation alltäglicher technischer Probleme, mit denen Computernutzer regelmäßig konfrontiert werden. Die Angreifer präsentieren dabei professionell gestaltete Fehlerdialoge, die echten Systemmeldungen täuschend ähnlich sehen. Diese falschen Warnungen behaupten beispielsweise, dass bestimmte Browser-Features nicht funktionieren, Sicherheitsupdates erforderlich sind oder Systemfehler behoben werden müssen.
Täuschung durch vertraute Benutzeroberflächen
Die Wirksamkeit der ClickFix-Angriffe beruht laut Microsoft auf der geschickten Nachahmung vertrauter Benutzeroberflächen und Systemdialoge. Die Cyberkriminellen verwenden dabei offizielle Logos, Farbschemata und Schriftarten bekannter Software-Hersteller, um Authentizität vorzutäuschen. Besonders häufig imitieren sie Fehlermeldungen von Webbrowsern, Betriebssystemen oder Sicherheitssoftware.
Die gefälschten Dialoge enthalten typischerweise eine Problembeschreibung sowie detaillierte Anweisungen zur vermeintlichen Problemlösung. Diese Anweisungen fordern die Nutzer dazu auf, bestimmte Tastenkombinationen zu drücken, Befehle in die Kommandozeile einzugeben oder Dateien herunterzuladen und auszuführen. Die Kriminellen nutzen dabei psychologische Tricks wie Zeitdruck oder die Warnung vor schwerwiegenden Konsequenzen bei Nichtbefolgung der Anweisungen.
Vielfältige Verbreitungskanäle für Angriffe
Die ClickFix-Angriffe werden über verschiedene Kanäle verbreitet. E-Mails stellen dabei einen Hauptverbreitungsweg dar, wobei die Nachrichten oft als technische Benachrichtigungen oder Sicherheitswarnungen getarnt sind. Die Mails enthalten entweder direkt die gefälschten Fehlermeldungen oder Links zu kompromittierten Websites, auf denen die ClickFix-Dialoge angezeigt werden.
Kompromittierte oder speziell präparierte Websites bilden einen weiteren wichtigen Angriffsvektor. Die Angreifer platzieren die gefälschten Fehlermeldungen auf legitim wirkenden Webseiten oder nutzen Pop-up-Fenster, um die Aufmerksamkeit der Besucher zu erlangen. Social-Media-Plattformen werden ebenfalls zur Verbreitung genutzt, indem Links zu den schädlichen Inhalten in Posts oder Direktnachrichten geteilt werden.
Schadsoftware-Installation als Endziel
Das ultimative Ziel der ClickFix-Angriffe ist laut den Analysten von Microsoft die Installation verschiedener Arten von Malware auf den Systemen der Opfer. Die Angreifer setzen dabei auf eine Vielzahl schädlicher Programme, darunter Informationsstealer, die persönliche Daten und Anmeldeinformationen sammeln, Remote-Access-Trojaner für den Fernzugriff auf infizierte Systeme sowie Ransomware zur Datenverschlüsselung.
Die Schadprogramme werden oft über mehrstufige Infektionsketten ausgeliefert. Initial wird häufig ein kleiner Downloader installiert, der anschließend weitere Malware-Komponenten nachlädt. Diese Methode erschwert die Erkennung und ermöglicht es den Angreifern, ihre Payloads dynamisch anzupassen. Die installierten Programme etablieren oft Persistenz-Mechanismen, um auch nach Systemneustarts aktiv zu bleiben und kontinuierlich Daten zu sammeln oder weitere schädliche Aktivitäten durchzuführen.
Erkennungsmerkmale und Schutzempfehlungen
Microsoft nennt mehrere Indikatoren, die auf ClickFix-Angriffe hinweisen können. Dazu gehören ungewöhnliche Fehlermeldungen, die zum Download oder zur Ausführung von Dateien auffordern, Pop-ups mit dringenden Handlungsaufforderungen sowie E-Mails mit technischen Warnungen von unbekannten Absendern. Verdächtig sind auch Anweisungen zur manuellen Eingabe von Befehlen oder zur Deaktivierung von Sicherheitsfeatures.
Als Schutzmaßnahmen empfiehlt Microsoft eine Kombination aus technischen Lösungen und Nutzeraufklärung. Aktuelle Sicherheitssoftware mit Verhaltensanalyse kann viele ClickFix-Angriffe bereits im Vorfeld blockieren. Regelmäßige Software-Updates schließen Sicherheitslücken, die von Angreifern ausgenutzt werden könnten. Besonders wichtig ist die Sensibilisierung der Nutzer für diese Angriffsmethode, damit sie verdächtige Fehlermeldungen kritisch hinterfragen und nicht vorschnell den vorgeschlagenen „Lösungsschritten“ folgen.
Ausführliche technische Details und weitere Informationen zur ClickFix-Technik finden sich in der vollständigen Analyse auf der Microsoft Security Blog-Seite unter https://www.microsoft.com/en-us/security/blog/2025/08/21/think-before-you-clickfix-analyzing-the-clickfix-social-engineering-technique/.
Newsletter Abonnieren
Abonnieren Sie jetzt IT-SICHERHEIT News und erhalten Sie alle 14 Tage aktuelle News, Fachbeiträge, exklusive Einladungen zu kostenlosen Webinaren und hilfreiche Downloads.



