Home » News » Cybersecurity » Warum starke IT nicht automatisch für Sicherheit steht

Warum starke IT nicht automatisch für Sicherheit steht

Vier von fünf Beschäftigten vertrauen auf die Kompetenz ihrer IT-Abteilung – doch genau dieses Vertrauen kann trügen. Werden Investitionen in die IT-Sicherheit vernachlässigt, steigt das Risiko erfolgreicher Cyberangriffe.

1 Min. Lesezeit
Reihe von Netzwerkservern mit leuchtenden LED-Lichtern.
Foto: ©AdobeStock/Melipo-Art

Viele Unternehmen setzen beim Thema Cybersicherheit auf ihre IT-Abteilung. Laut der aktuellen Umfrage „Cybersicherheit in Zahlen“ von G DATA CyberDefense, Statista und brand eins sind fast acht von zehn Beschäftigten überzeugt, dass ihre IT-Kollegen den wachsenden Bedrohungen souverän begegnen können. Was zunächst beruhigend klingt, kann jedoch dramatisch nach hinten losgehen.

Denn wenn auch die Unternehmensführung auf dieses Vertrauen baut, ohne die tatsächlichen Sicherheitsstrukturen kritisch zu hinterfragen, entsteht ein gefährlicher blinder Fleck. Die Realität: Selbst leistungsfähige IT-Teams mit hoher technischer Kompetenz decken den hochspezialisierten Bereich der Cybersicherheit oft nicht ausreichend ab. Ihre Kapazitäten sind durch alltägliche Aufgaben wie Systempflege, Softwareverwaltung und Datensicherung bereits stark gebunden.

Vertrauen ist gut – Cybersicherheit braucht mehr

Fehlen gezielte Ressourcen und spezialisiertes Know-how, bleibt das Unternehmen trotz moderner IT-Infrastruktur verwundbar.

„IT und IT-Sicherheit sind zwei eigenständige Disziplinen“, erklärt Andreas Lüning, Gründer und Vorstand der G DATA CyberDefense AG. „Wer das nicht berücksichtigt, unterschätzt die Komplexität aktueller Bedrohungsszenarien. Entscheidend ist, ob Unternehmen über echte Sicherheitskompetenz verfügen – oder bereit sind, gezielt in Budget, Personal und Zeit zu investieren. Wer hier spart, schafft unnötige Schwachstellen.“

Kompetenz für mehr Klarheit

Je mehr Wissen Beschäftigte im Bereich Cybersicherheit mitbringen, desto größer ist ihr Vertrauen in die eigene IT-Abteilung. Bei Befragten mit hoher Sicherheitskompetenz sind neun von zehn überzeugt, dass ihre IT den Anforderungen gewachsen ist. Bei Personen mit geringerer Fachkenntnis sind es nur sieben von zehn.

Diese Unterschiede zeigen: Wer Risiken nicht einschätzen kann, erkennt den Handlungsbedarf oft nicht. Doch Cybersicherheit braucht mehr als Vertrauen – sie erfordert klare Zuständigkeiten, kontinuierliche Weiterentwicklung und vor allem: das Bewusstsein, dass IT-Security kein Nebenprodukt ist. Unternehmen müssen sich ehrlich fragen, ob ihre Sicherheitsstrukturen heutigen Angriffen wirklich standhalten.

Die Studie Cybersicherheit in Zahlen erscheint bereits zum vierten Mal und bietet fundierte Einblicke in die aktuelle Sicherheitslage. Statista hat mehr als 300 Einzelstatistiken zu einem kompakten Gesamtbild verdichtet. Über 5.000 Berufstätige wurden zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen im beruflichen und privaten Umgang mit Cybersicherheit befragt. Die Ergebnisse sind valide, repräsentativ und liefern Unternehmen wertvolle Orientierung für künftige Sicherheitsstrategien.

Der Download ist hier möglich.

Vier von fünf Beschäftigten sind überzeugt, dass ihre IT-Kollegen den aktuellen Anforderungen an eine effektive IT-Sicherheit gewachsen sind.
Quelle: G DATA CyberDefense AG

Vier von fünf Beschäftigten sind überzeugt, dass ihre IT-Kollegen den aktuellen Anforderungen an eine effektive IT-Sicherheit gewachsen sind.

Newsletter Abonnieren

Abonnieren Sie jetzt IT-SICHERHEIT News und erhalten Sie alle 14 Tage aktuelle News, Fachbeiträge, exklusive Einladungen zu kostenlosen Webinaren und hilfreiche Downloads.

Andere interessante News

Cybersicherheitstraining mit Passwortmanager

BSI findet Sicherheitslücken bei Passwortmanagern – rät aber weiter zur Nutzung

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat zehn Passwortmanager auf IT-Sicherheit geprüft und bei drei Produkten problematische Speichermethoden gefunden. Trotz de...

Cyberbedrohungen in Europa

Europas Wirtschaft im Visier organisierter Angreifer

Der Security Navigator 2026 zeigt einen dramatischen Anstieg von Cyber-Erpressung und gezielten Angriffen auf die europäische Wirtschaft. Besonders Deutschland gerät mit einem Plus...

Digitale Souveränität Schweiz

Digitale Souveränität – warum die Schweiz neue Wege bei der Datenarchivierung geht

Die Schweiz stellt die Cloud-Strategien ihrer Behörden infrage. Der Vorstoß der Datenschützer bringt Bewegung in eine zentrale Debatte: Wie gelingt digitale Souveränität, wenn Hype...