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Identitäten im Blindflug – so bringt IGA wieder Kontrolle ins Unternehmen

Veraltete Prozesse, manuelle Vergaben, intransparente Datenflüsse: Noch immer verzichten rund 40 Prozent der Unternehmen auf zeitgemäße Identity-Governance-Lösungen. Doch in einer Welt zunehmender Cyberrisiken und regulatorischer Anforderungen wird Identity Governance zur kritischen Sicherheitskomponente – wenn sie richtig gedacht und strukturiert umgesetzt wird.

2 Min. Lesezeit
Identity Governance
Foto: ©AdobeStock/Graphicsfuelstd

Viele Unternehmen kämpfen mit fragmentierten, oft über Jahre gewachsenen Identity-Landschaften. Veraltete IGA-Systeme lassen sich kaum noch in moderne Cloud- oder Hybrid-Umgebungen integrieren. Sie sind teuer im Betrieb, fehleranfällig im Handling und unzureichend beim Schutz digitaler Identitäten. Zugriffsrechte werden manuell verwaltet, Rollenänderungen verzögern sich, und verwaiste Konten bleiben oft unentdeckt – ein Einfallstor für Cyberkriminelle.

Hinzu kommt: Klassische IGA-Architekturen sind nicht auf heutige Sicherheitsparadigmen wie Zero Trust oder dynamische Risikobewertungen ausgelegt. Auch die Verwaltung nicht-menschlicher Identitäten – etwa von Bots, Maschinen oder Servicekonten – bleibt häufig außen vor. Das Ergebnis: Kontrollverlust über Zugriffe, steigende Compliance-Risiken und eine enorme Sicherheitslücke im Unternehmen.

Von der Prozessimprovisation zur Automatisierung

Ein modernes IGA-System ersetzt starre, fehleranfällige Prozesse durch intelligente Workflows. Identitätsdaten werden zentral erfasst, automatisch bewertet und anhand klar definierter Regeln verwaltet. Rollenwechsel, Abteilungswechsel oder Offboarding-Prozesse erfolgen ohne Verzögerung und nachprüfbar – revisionssicher, regelkonform und nachvollziehbar.

Besonders wirksam wird Identity Governance durch den Einsatz von maschinellem Lernen: So lassen sich Zugriffsmuster analysieren, potenziell riskante Abweichungen erkennen und Berechtigungen bei Bedarf automatisch anpassen. Die Folge: weniger menschliche Fehler, mehr Effizienz – und ein deutlich robusteres Sicherheitsniveau.

Governance braucht Kontext – und Echtzeitdaten

Viele Unternehmen sitzen auf einem Datenschatz, wissen aber nicht, wie sie ihn nutzen sollen. Moderne IGA-Plattformen schaffen hier Klarheit: Sie konsolidieren Identitäts- und Zugriffsinformationen aus unterschiedlichsten Quellen in einem zentralen Dashboard. Risiken, Abweichungen und Regelverstöße werden automatisch erkannt und visualisiert.

Durch diese Transparenz lassen sich fundierte Entscheidungen treffen – auch in komplexen Szenarien mit externen Partnern, Dienstleistern oder nicht-menschlichen Identitäten. Denn je größer die Anzahl an Nutzern und Berechtigungen, desto mehr droht der Überblick verloren zu gehen. KI-gestützte Analysen helfen, kritische Konstellationen frühzeitig zu erkennen und Risiken aktiv zu steuern.

Identity Governance muss einfach, offen und skalierbar sein

Ein oft unterschätzter Erfolgsfaktor ist die Benutzerfreundlichkeit. Wenn Identitätsmanagement nur der IT-Abteilung vorbehalten bleibt, wird es schnell zur Hürde. Moderne IGA-Systeme bieten deshalb intuitive Oberflächen, natürlichsprachliche Steuerung und intelligente Vorschläge für Rollen- und Rechtevergabe – für IT, Fachabteilungen und Management gleichermaßen.

Cloud-native Architekturen schaffen zusätzlich Flexibilität und Zukunftssicherheit. Sie lassen sich problemlos in bestehende Systeme integrieren, reduzieren Wartungsaufwand und bieten durch kontinuierliche Weiterentwicklung immer neue Funktionen – ohne komplexe Migrationen oder teure Individualprogrammierung.

Struktur statt Aktionismus – so gelingt der IGA-Rollout

Technisch ist Identity Governance heute kein Problem mehr – wohl aber organisatorisch. Projekte scheitern oft an fehlenden Ressourcen, unklaren Zuständigkeiten oder mangelnder strategischer Verankerung. Statt mit der Technik zu starten, sollten Unternehmen deshalb mit einer klaren Zieldefinition beginnen: Was soll erreicht werden? Welche Prozesse sollen verändert werden? Und welche Risiken gilt es zu adressieren?

Best-Practice-Frameworks helfen dabei, IGA-Projekte strukturiert und etappenweise umzusetzen – mit klaren Rollen, messbaren Meilensteinen und nachhaltiger Verankerung in den Geschäftsprozessen.

Fazit: Identity Governance ist kein IT-Projekt – sondern Business-Security

In Zeiten digitaler Transformation, wachsender Compliance-Anforderungen und zunehmender Cyberbedrohungen reicht es nicht mehr aus, Identitäten manuell zu verwalten. Unternehmen müssen Identitätsprozesse neu denken – als durchgängige, automatisierte, transparente und sichere Steuerungsinstrumente.

Moderne IGA-Lösungen bieten genau das: Sie machen Zugriffe nachvollziehbar, Prozesse effizienter und Unternehmen sicherer. Wer veraltete Strukturen hinterfragt und Governance nicht als Pflicht, sondern als strategischen Hebel versteht, verschafft sich nicht nur mehr Kontrolle – sondern auch einen echten Wettbewerbsvorteil.

Porträt Thomas Müller-Martin
Foto: Omada

Thomas Müller-Martin, Field Strategist DACH bei Omada

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