Industrie setzt auf OT-Mikrosegmentierung gegen Cyberangriffe
Ransomware, staatliche Hacker und neue EU-Vorgaben erhöhen den Druck auf Industrieun-ternehmen. Immer mehr Betreiber kritischer Anlagen setzen deshalb auf OT-Mikrosegmentierung, um Produktionsausfälle und Sicherheitsrisiken zu verhindern.

Die Absicherung industrieller Steuerungssysteme entwickelt sich weltweit zu einer strategischen Priorität. Laut Zero Networks investieren immer mehr Industrieunternehmen in die Segmentierung ihrer OT-Umgebungen (Operational Technology), um Cyberangriffe einzudämmen und kritische Betriebsabläufe zu schützen. Der Anbieter von Zero-Trust-Sicherheitslösungen meldet ein Wachstum von 80 Prozent bei OT-Kunden im Vergleich zum Vorjahr.
Zu den Anwendern zählen mehrere der 20 weltweit größten Fertigungsunternehmen. Besonders gefragt seien Lösungen zur Mikrosegmentierung, die verhindern sollen, dass sich Ransomware oder andere Angriffe innerhalb industrieller Netzwerke ausbreiten.
Produktionsausfälle erhöhen den Druck
Die Entwicklung kommt nicht überraschend. In den vergangenen Monaten haben mehrere Cyberangriffe gezeigt, wie verwundbar industrielle Infrastrukturen sind. Ransomware-Attacken legten Produktionsprozesse lahm, verursachten milliardenschwere Schäden und zwangen Betreiber kritischer Systeme teilweise in den manuellen Betrieb zurück.
Neben klassischen Industrieunternehmen geraten zunehmend auch Energieversorger, Verkehrsbetriebe und Wasserinfrastrukturen ins Visier staatlicher Angreifer. Die Folgen reichen von Produktionsstillständen bis hin zu Strom- und Versorgungsausfällen.
„Die meisten Industrieunternehmen haben keine sinnvolle OT-Segmentierung implementiert – nicht, weil sie das Risiko nicht erkennen, sondern weil herkömmliche Ansätze zu komplex und störend waren“, erklärt Benny Lakunishok, CEO und Mitbegründer von Zero Networks.
IT und OT wachsen zusammen
Ein zentraler Risikofaktor ist die zunehmende Verschmelzung klassischer IT-Systeme mit industriellen OT-Umgebungen. Während Unternehmen ihre Produktionsanlagen stärker digitalisieren und vernetzen, wächst gleichzeitig die Angriffsfläche für Cyberkriminelle.
Nach Angaben von Zero Networks umfassen inzwischen 26 Prozent aller neuen Kundenprojekte OT-Umgebungen. Zudem hätten 37 Prozent der Kunden die Sicherheitsplattform zunächst in der IT eingeführt und später auf industrielle Systeme ausgeweitet. Im Durchschnitt betreffen die Projekte sechs Standorte oder Werke pro Unternehmen.
Lakunishok sieht darin einen grundlegenden Wandel: „Unternehmen benötigen eine einfache, sichere Methode, um Bedrohungen einzudämmen, ohne den Betrieb zu beeinträchtigen.“
NIS2 verschärft die Anforderungen
Zusätzlichen Druck erzeugen regulatorische Vorgaben wie die europäische NIS2-Richtlinie. Unternehmen kritischer Infrastrukturen müssen künftig deutlich umfassender nachweisen, dass sie Cyberrisiken kontrollieren, Vorfälle eindämmen und Betriebsabläufe auch im Krisenfall aufrechterhalten können.
Mikrosegmentierung gilt dabei als wichtiger Baustein moderner Sicherheitsarchitekturen. Durch die strikte Trennung einzelner Systeme und Zugriffsrechte lässt sich verhindern, dass kompromittierte Geräte oder Anwendungen ganze Produktionsnetzwerke gefährden. „Führende Unternehmen setzen deshalb auf Zero Networks, um Mikrosegmentierung in OT-Umgebungen zu implementieren – und so Risiken schnell zu reduzieren, ohne die Produktion zu stören“, betont Lakunishok.
Vor allem ältere industrielle Systeme stellen viele Betreiber weiterhin vor Herausforderungen. Da klassische Endpunktschutzlösungen dort häufig nicht eingesetzt werden können, gewinnt die Netzwerksegmentierung als Schutzmechanismus zunehmend an Bedeutung.
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