KI macht Smartphones zur bevorzugten Angriffsfläche
KI-gestütztes Phishing auf Mobilgeräten nimmt rasant zu. Entsprechende Angriffe stiegen binnen eines Jahres um 380 Prozent. Zugleich verbreiten sich Spyware und Schatten-KI – während KI-generierter Code neue Risiken für mobile Apps schafft.

Smartphones sind längst Zugangspunkt zu Unternehmensdaten, Cloud-Diensten und interner Kommunikation. Genau das macht sie für Angreifer attraktiv. Der „Global Mobile Threat Report 2026“ von Zimperium zeigt, wie stark Künstliche Intelligenz (KI) diese Entwicklung beschleunigt: Seit Januar 2025 nahmen auf Mitarbeitergeräten erkannte KI-gestützte Phishing-Versuche um 380 Prozent zu. Gleichzeitig stieg die Zahl der Sicherheitsvorfälle durch angeklickte bösartige Links um 110 Prozent.
KI skaliert Phishing
Generative KI erleichtert es Angreifern, glaubwürdige und personalisierte Nachrichten in großer Zahl zu erzeugen. Nach Angaben von Zimperium enthalten inzwischen 86 Prozent der beobachteten Phishing-Angriffe KI-generierte Elemente. Schädliche Inhalte, die mit KI erstellt wurden, seien zudem vier- bis fünfmal erfolgreicher als vergleichbare menschlich erstellte Betrugsversuche. Die wichtigsten Ergebnisse des Reports:
- KI-Technologien beschleunigen Phishing-Angriffe: Anstieg KI-gesteuerter Phishing-Attacken auf Mobilgeräte um 380 Prozent im Jahresvergleich.
- Schatten-KI in Mobil-Apps nimmt stark zu: KI-Einsatz ist bei Android-Geräten um das Vierzehnfache, bei iOS-Endgeräten um das Siebenfache gestiegen.
- KI-gestützte Malware führt zu mehr Betrug: Angreifer setzen KI bei durchschnittlich 15 Angriffstechniken nach MITRE, teilweise bei bis zu 50 Techniken ein.
- Vibe-Coding verschärft App-Risiken: Bis 2027 sollen 25 Prozent der Softwarelücken auf KI-generierten Code zurückzuführen sein – gegenüber einem Prozent 2023.
Spyware auf fast jedem zehnten Gerät
Neben Phishing bleibt Spyware eine zentrale Gefahr. Sie kann Zugangsdaten und Unternehmensinformationen abgreifen oder Kommunikation überwachen. Laut Zimperium war Spyware zuletzt auf fast jedem zehnten untersuchten Mobilgerät nachweisbar. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einer mehr als vierfachen Zunahme.
Zusätzliche Risiken entstehen durch nicht kontrollierte KI-Nutzung auf Smartphones. Besonders Schatten-KI kann Datenschutz-, Compliance- und Geheimhaltungsregeln umgehen, wenn Mitarbeiter sensible Unternehmensdaten an nicht freigegebene Anwendungen oder Dienste übertragen.
KI-Code erweitert die Angriffsfläche
Auch die Entwicklung mobiler Anwendungen verändert sich. KI-gestützte Programmierung beschleunigt zwar Entwicklungsprozesse, kann aber unsicheren Code ebenso schnell vervielfachen. Fehlerhafte Authentifizierung, unzureichende Datenvalidierung oder unsichere Schnittstellen gelangen dadurch möglicherweise schneller in produktive Apps.
Zimperium-CEO Shridhar Mittal warnt, KI mache „komplexe Angriffe einfacher durchführbar“ und ermögliche ihre Skalierung. Besonders problematisch sei, dass unzureichend geschützte Mobilgeräte und Apps inzwischen häufig Bestandteil geschäftskritischer Abläufe seien.
Mobile Security wird Teil der Kernabwehr
Der Report basiert auf anonymisierten Risiko- und Bedrohungstelemetriedaten von Android- und iOS-Geräten weltweit. Die Zahlen zeigen vor allem eines: Mobile Security darf nicht länger als Ergänzung klassischer Endpoint-Security betrachtet werden. Unternehmen müssen Phishing, Spyware, Schatten-KI und App-Risiken gemeinsam adressieren – einschließlich laufender Risikoanalyse, kontrollierter KI-Nutzung und sicherer Softwareentwicklung.
Die Zimperium-Studie „Global Mobile Threat Report 2026“ ist kostenlos hier verfügbar.
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