Vom Tunnel zur Cloud: Warum VPN nicht mehr reicht – und SASE der neue Standard ist
Das klassische VPN stößt in einer vernetzten Welt mit Cloud-First-Strategien und Remote-Arbeit an seine Grenzen. Der moderne Zugriff muss sicher, standortunabhängig und leistungsfähig sein. Secure Access Service Edge (SASE) bietet hier einen zukunftsfähigen Ausweg – ohne bestehende Infrastrukturen zu verdrängen.

Das Appliance-basierte Virtual Private Network (VPN) stammt aus einer Ära, in der Beschäftigte an fünf Tagen pro Woche im Büro arbeiteten und Cloud-Anwendungen eine Randerscheinung waren. Damals war es sinnvoll, den gesamten Datenverkehr durch zentrale Verbindungspunkte zu schleusen. Doch in einer Welt, in der Teams global verteilt agieren und ortsunabhängiger Zugriff zur Norm geworden ist, stößt dieses Modell an seine funktionalen und sicherheitstechnischen Grenzen.
Die neue Realität: Mobil, global, Cloud-nativ
Die Arbeitswelt hat sich radikal gewandelt. Mit der Verbreitung hybrider und vollständig verteilter Arbeitsmodelle erwarten Mitarbeitende reibungslosen Zugriff auf Unternehmensressourcen – ganz gleich, ob es sich um Software-as-a-Service-Angebote, interne Systeme oder cloudbasierte Dienste handelt. Zugleich müssen Unternehmen diesen Zugriff absichern, ohne die Nutzererfahrung zu beeinträchtigen. Klassische VPN-Architekturen sind dafür weder flexibel noch skalierbar genug.
Vor dieser Herausforderung stehen heute viele Chief Information Officers: Sollen sie die bestehende Infrastruktur weiter ausbauen oder auf eine moderne, global skalierbare, cloudbasierte Sicherheitsarchitektur setzen?
Vier Anforderungen an moderne Zugriffssicherheit
Moderne IT-Teams müssen eine Zugriffsinfrastruktur bereitstellen, die vier zentrale Anforderungen erfüllt:
- Sicherheit über alle Umgebungen hinweg – egal ob On-Premise, Cloud oder Remote-Zugriff
- Hohe Performance und Verfügbarkeit – damit Mitarbeitende produktiv arbeiten können
- Konsistente Richtlinienumsetzung – zum Schutz sensibler Daten und Einhaltung regulatorischer Vorgaben
- Transparenz und Bedrohungsabwehr – durch umfassende Einblicke und Schutzmaßnahmen im gesamten Netzwerk
Dabei behalten klassische Sicherheitslösungen wie Next-Generation-Firewalls ihre Berechtigung – etwa beim Schutz des Rechenzentrums und der internen Segmentierung. Doch wenn es um den weltweiten Zugriff auf Unternehmensressourcen geht, sind sie nicht die Option der Wahl.
Cloud-Edge statt Zwangsumweg
Das zentrale Prinzip klassischer Sicherheitsarchitekturen – die Rückleitung („Backhauling“) des Datenverkehrs durch zentrale Appliances – verursacht Latenz und senkt die Nutzerzufriedenheit. Moderne Zugriffssicherheit verlagert daher Richtliniendurchsetzung und Bedrohungserkennung an global verteilte Knotenpunkte, sogenannte Points of Presence (PoPs). Damit wird nicht nur die Performance verbessert, sondern auch die Sicherheit erhöht – durch unmittelbare Durchsetzung von Zero-Trust-Richtlinien am digitalen Rand des Unternehmensnetzwerks.
SASE: Zero Trust für eine vernetzte Welt
Secure Access Service Edge (SASE) ist ein Architekturansatz, der Konnektivität und Sicherheit in einem cloudbasierten Dienst vereint. Er bietet:
- Zugriff auf Anwendungen auf Basis von Identität und Gerätestatus, unabhängig vom Standort
- Verzicht auf Backhauling, was den Zugriff auf Anwendungen deutlich beschleunigt
- Zentrale Verwaltung von Zugriffsrichtlinien, was Konsistenz und Übersichtlichkeit fördert
- Echtzeitprüfung des Datenverkehrs mithilfe KI-gestützter Bedrohungsabwehr direkt auf dem Endgerät
Mitarbeiter erhalten damit einen standortunabhängigen, cloud-unabhängigen und abgesicherten Zugang – der sich dynamisch anpasst und gleichzeitig volle Kontrolle über SaaS-Nutzung und Internetaktivitäten bietet.
Ergänzen statt ersetzen: Warum SASE kein Entweder-oder ist
SASE verdrängt traditionelle Sicherheitslösungen nicht, sondern ergänzt sie gezielt. Firewall-Appliances bleiben weiterhin entscheidend für die Absicherung zentraler Strukturen. Gleichzeitig ermöglicht SASE den sicheren Zugang zu Cloud- und Internetressourcen – ohne Kompromisse bei Performance oder Kontrolle.
Für Unternehmen bedeutet das: Sie müssen sich nicht zwischen Cloud und On-Premise entscheiden. Stattdessen können sie das Beste aus beiden Welten nutzen – durch eine schrittweise, bedarfsgerechte Erweiterung ihrer Sicherheitsarchitektur in Richtung Zukunft.

Thomas Boele, Regional Director Sales Engineering, CER/DACH bei Check Point
Newsletter Abonnieren
Abonnieren Sie jetzt IT-SICHERHEIT News und erhalten Sie alle 14 Tage aktuelle News, Fachbeiträge, exklusive Einladungen zu kostenlosen Webinaren und hilfreiche Downloads.



