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Kommentar:: Datenschutz beginnt im Alltag – fünf einfache Schritte zu mehr digitaler Kontrolle

Am 28. Januar rückt der Europäische Datenschutztag erneut ins Bewusstsein, wie verletzlich persönliche Daten sind. Verschlüsselung, bewusste Entscheidungen und einfache Routinen helfen, digitale Selbstbestimmung zurückzugewinnen – im privaten wie im beruflichen Alltag.

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Cybersecurity und Verschlüsselung Konzept
Foto: ©AdobeStock/alones

Der Europäische Datenschutztag erinnert jedes Jahr daran, dass Datenschutz kein abstraktes Regelwerk ist, sondern eine tägliche Aufgabe. Der 28. Januar geht auf die Europäische Datenschutzkonvention von 1981 zurück, das erste rechtsverbindliche zwischenstaatliche Abkommen zum Schutz personenbezogener Daten. Ihr Grundgedanke ist bis heute aktuell: Kontrolle über Daten bedeutet Kontrolle über die eigene digitale Identität.

Warum der Datenschutztag heute wichtiger ist denn je

Fast 13 Jahre nach den Enthüllungen von Edward Snowden ist klar, dass der Kampf um sichere Kommunikation, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und den Schutz vor Überwachung längst nicht beendet ist. Aktuelle Debatten um staatliche Zugriffsrechte zeigen, wie fragil digitale Privatsphäre geblieben ist.

Backdoors und übermäßige Zugriffsrechte sind dabei nicht nur theoretische Risiken. In der Vergangenheit gelang es Cyberkriminellen wiederholt, Technologieunternehmen zu täuschen und unter dem Vorwand rechtmäßiger Anfragen auf sensible Daten zuzugreifen. Der beste Schutz bleibt deshalb eine konsequent umgesetzte Verschlüsselung, bei der Nutzer selbst entscheiden, was sie wann und mit wem offen teilen.

Passwörter sind der erste Schutzwall

Ein sicheres digitales Leben beginnt mit starken, individuellen Passwörtern. Alte, mehrfach genutzte Zugangsdaten gehören endgültig der Vergangenheit an. Ein Passwortmanager hilft dabei, komplexe Passwörter zu erstellen und sicher zu verwalten. In Kombination mit einer Zweifaktorauthentifizierung entsteht eine Hürde, die für Angreifer deutlich schwerer zu überwinden ist, für Nutzer jedoch kaum zusätzlichen Aufwand bedeutet.

Datenschutzeinstellungen bewusst prüfen

Betriebssysteme, Anwendungen und Online-Dienste bieten zahlreiche Einstellmöglichkeiten, die oft unbeachtet bleiben. Jede Freigabe sollte hinterfragt werden: Muss eine App wirklich auf den Standort zugreifen? Ist es sinnvoll, dauerhaft angemeldet zu bleiben? Darf eine Anwendung im eigenen Namen Inhalte veröffentlichen? Da es keine zentrale Steuerung gibt, bleibt nur die individuelle Prüfung jedes einzelnen Kontos.

Teilen nur mit Zustimmung

Fotos, Beiträge und Kommentare in sozialen Netzwerken können mehr preisgeben, als vielen bewusst ist. Standortdaten, Gewohnheiten oder private Beziehungen lassen sich daraus leicht ableiten. Bevor Bilder mit anderen Personen veröffentlicht werden, sollte immer deren Einverständnis eingeholt werden. Was heute harmlos wirkt, kann morgen zum Risiko werden.

Im Beruf gelten strengere Regeln

Im beruflichen Umfeld wiegen Datenschutzverstöße besonders schwer. Das unbedachte Weitergeben von Unternehmensinformationen kann nicht nur Sicherheitsvorfälle verursachen, sondern auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Sensible Daten von Kunden, Partnern oder Kollegen gehören ausschließlich in gesicherte Systeme und klar definierte Kommunikationswege.

Eigene Grenzen sauber festlegen

Am Ende steht eine persönliche Frage: Was sind die eigenen Daten wert? Kostenersparnisse, Komfortfunktionen aber auch vertragliche oder rechtliche Absicherungen verlangen oft mehr Informationen, als nötig wären. Wer seine Grenze kennt, kann Anfragen klar bewerten und im Zweifel ablehnen. Genau darin spiegelt sich der Kern des Datenschutztages wider: Datenschutz beginnt nicht bei Gesetzen, sondern bei der bewussten Entscheidung jedes Einzelnen.

Chester Wisniewski, Director Global Field CTO bei Sophos
Foto: Sophos

Chester Wisniewski, Director Global Field CTO bei Sophos

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