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Warum 95 Prozent aller AI-Pilotprojekte scheitern – und wie der Mittelstand gewinnt

Eine aktuelle MIT-Studie zeigt: 95 Prozent aller generativen AI-Pilotprojekte in Unternehmen verpuffen ohne Mehrwert. Hauptursache ist die Kluft zwischen generischen Tools und spezifischen Workflows. Während Individualentwicklungen teuer scheitern, bietet der Einsatz von Industrial AI Apps dem Mittelstand eine realistische Chance auf Wertschöpfung.

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Industrie 4.0, KI in der Industrie
Foto: ©AdobeStock/VicenSanh

Im industriellen Umfeld verschärfen sich die strukturellen Probleme, die den Erfolg von AI-Projekten verhindern. Jahrzehntealte ERP-Systeme, MES-Plattformen und Produktionsanlagen verfügen oft nicht über moderne Schnittstellen und Datenstrukturen. Diese Altlast erschwert die Integration künstlicher Intelligenz erheblich. Laut einer Untersuchung des Kompetenzzentrums WIRKsam scheitert fast jedes zweite AI-Projekt im Unternehmensumfeld nicht an der Technologie selbst, sondern an mangelnder Datenqualität, fehlender Infrastruktur oder organisatorischen Hürden.

Hinzu kommt ein gravierendes Kompetenzdefizit: Eine Stifterverband/McKinsey-Studie zeigt, dass 79 Prozent der deutschen Unternehmen über zu geringe AI-Kompetenzen verfügen. Gleichzeitig erkennen 86 Prozent der Führungskräfte das ungenutzte Potenzial. Damit entsteht ein paradoxer Zustand: Obwohl die strategische Bedeutung von AI erkannt wird, fehlen die Fähigkeiten, um sie erfolgreich umzusetzen.

Der Wendepunkt: Industrial AI Apps als Lösung

Die Antwort auf dieses Dilemma liegt in vorkonfigurierten, praxisnahen AI-Anwendungen für die Industrie. Industrial AI Apps sind so gestaltet, dass sie branchenspezifische Prozesse und regulatorische Rahmenbedingungen verstehen. Sie liefern sofort verwertbare Ergebnisse, ohne dass zuvor kostspielige Entwicklungsprojekte gestartet werden müssen.

Beispiele aus der Praxis zeigen den Unterschied: emz Hanauer optimierte mit AI-gestützter Bestandsplanung mehr als 1.000 Teile, KUKA setzt eine AI-basierte Wissenssuche für 1,4 Millionen Dokumente und 71.000 Nutzer ein, während INOTEC die Liefertreue von 86 auf 96 Prozent steigern konnte. Allen Erfolgen liegt derselbe Ansatz zugrunde – der Einsatz von Industrial AI Apps, die sofort produktiv nutzbar sind.

Die vier Erfolgsfaktoren für systematische AI-Integration

1. Operative Führung statt IT-Dominanz

AI-Projekte müssen von den Fachabteilungen gesteuert werden, nicht allein von IT-Teams. Produktion, Einkauf oder Vertrieb kennen die zentralen Engpässe und können den größten Nutzen identifizieren. Nur wenn diese Expertise den Ausschlag gibt, entstehen Lösungen, die echte Probleme lösen statt rein technische Machbarkeit zu demonstrieren.

2. Ready-to-use AI Apps statt Custom-Builds

Standardisierte Industrial AI Apps liefern sofortigen Mehrwert, da sie auf bewährten Algorithmen basieren und bereits in ähnlichen Umgebungen erfolgreich getestet wurden. Statt Jahre in die Entwicklung individueller Projekte zu investieren, können Unternehmen auf funktionierende Anwendungen zurückgreifen, die sich schnell anpassen lassen. Das spart Kosten, reduziert Risiken und beschleunigt den ROI erheblich.

3. Datenqualität als Fundament

Fehlerhafte oder unvollständige Daten gefährden jedes Projekt. Inkonsistente Stammdaten, doppelte Artikelnummern oder unvollständige Bestandsinformationen führen zu falschen Entscheidungen. Deshalb müssen Unternehmen zunächst ihre Daten bereinigen und klare Governance-Strukturen etablieren. Nur so können AI-Systeme verlässliche Prognosen und Handlungsempfehlungen liefern.

4. Evolutionäre Integration statt Revolution

Statt gesamte ERP-Systeme durch disruptive Projekte zu ersetzen, ist eine inkrementelle Erweiterung der bestehenden Infrastruktur der realistischere Weg. Middleware und APIs binden AI-Komponenten Schritt für Schritt ein, ohne den Betrieb zu stören. Diese Herangehensweise ist risikoärmer, ressourcenschonend und ermöglicht es Unternehmen, Erfahrungen zu sammeln und den Wandel mit gezieltem Change Management zu begleiten.

Von der Experimentierphase zum systematischen Rollout

Die Erfahrung zeigt, dass es für den Mittelstand nicht zielführend ist, weitere kostspielige AI-Experimente zu starten. Erfolg versprechen Lösungen, die sofort nutzbar sind, sich nahtlos in bestehende Systeme einfügen und echten Mehrwert liefern. Plattformen wie die Proalpha Industrial AI Platform, die mehr als 30 einsatzbereite Business-Apps umfasst, verdeutlichen diesen Ansatz.

Michael Wintergerst, Chief AI Officer bei Proalpha, fasst zusammen: „Der Mittelstand braucht keine weiteren Pilotprojekte, die im Sand verlaufen. Entscheidend sind sofort produktive Industrial AI Apps, die sich in bestehende Geschäftsprozesse integrieren lassen und echten Mehrwert schaffen.“

Porträt Michel Wintergerst
Foto: Proalpha

Michael Wintergerst, Senior Vice President R&D Platform und Chief AI Officer bei Proalpha

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