Home » News » Security Management » Warum Unternehmen ihre Datenrisiken systematisch unterschätzen

CISOs im Blindflug:: Warum Unternehmen ihre Datenrisiken systematisch unterschätzen

Viele Unternehmen wähnen sich beim Thema Datenresilienz auf der sicheren Seite – doch ein genauer Blick offenbart massive Lücken. Die Bedrohungslage entwickelt sich dynamisch, neue Vorschriften setzen Standards, und Cyberkriminelle nutzen jedes Zeitfenster. Wer Datenresilienz weiterhin als Nebenschauplatz behandelt, spielt mit dem Risiko. Ein Umdenken ist überfällig.

1 Min. Lesezeit
Gefahr-Identifizierung
Foto: ©AdobeStock/Amith

Lange wurde Datenresilienz mit IT-Sicherheit gleichgesetzt. Wer Firewalls und Backups hatte, wähnte sich auf der sicheren Seite. Doch der wahre Härtetest beginnt erst bei einem Vorfall – und dann zeigt sich: 74 Prozent der Unternehmen könnten sich nicht schnell und sicher erholen. Das ergab ein gemeinsamer Bericht von Veeam und McKinsey.

Neue Technologien, alte Lücken

Mit Cloud, KI und wachsender Datenflut steigen die Anforderungen an Datenwiderstandskraft – viele Unternehmen halten damit nicht Schritt. Neue Vorschriften wie NIS2 und DORA zwingen zur Bestandsaufnahme – und decken Schwächen auf, die bislang übersehen wurden.

Standardübungen auf dem Papier vermitteln trügerische Sicherheit. Was fehlt, sind echte Stresstests, kritische Szenarien und regelmäßige Wiederherstellungsproben. Nur so lassen sich Schwachstellen identifizieren, bevor es Angreifer tun.

Der erste Schritt: Klarheit im Datenprofil

Resilienz beginnt mit dem Überblick: Welche Daten sind wirklich relevant? Wo liegen sie? Was kann weg? Wer redundante oder veraltete Daten entfernt, schützt das Wesentliche besser – und senkt gleichzeitig Risiken und Kosten.

Datenresilienz ist mehr als Technik – sie ist eine strategische Notwendigkeit. Unternehmen mit ausgereifter Resilienz erzielen laut Studie bis zu 10 Prozent mehr Umsatzwachstum. Nicht, weil sie Glück haben – sondern weil sie vorbereitet sind.

Cyberbedrohungen verschwinden nicht. Sie werden schneller, zielgerichteter und komplexer. Der Datenbestand wächst weiter. Wer auf einen Vorfall wartet, um Maßnahmen zu ergreifen, wird überrollt. Der bessere Weg: Frühzeitig handeln, bewusst investieren und regelmäßig prüfen, ob die eigenen Systeme einer echten Belastung standhalten. Denn in einer digitalen Welt bedeutet Resilienz nicht nur Schutz – sie ist Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit, Vertrauen und Zukunftssicherheit. Wer diesen Realitätscheck nicht scheut, ist künftigen Angriffen einen entscheidenden Schritt voraus.

Porträt Dave Russell
Foto: Veeam

Dave Russell, Senior Vice President, Head of Strategy bei Veeam

Newsletter Abonnieren

Abonnieren Sie jetzt IT-SICHERHEIT News und erhalten Sie alle 14 Tage aktuelle News, Fachbeiträge, exklusive Einladungen zu kostenlosen Webinaren und hilfreiche Downloads.

Andere interessante News

Pentesting

Wann Eigenentwicklung zur Kostenfalle wird

Unternehmen wollen Penetrationstests mit KI automatisieren und erwägen eigene Werkzeuge. Doch zwischen einer schnellen Demo und einem belastbaren Produktivsystem liegen hohe techni...

Futuristisches KRITIS-Netzwerk

Cloud-Abhängigkeit wird für KRITIS zum Resilienzrisiko

85 Prozent der deutschen Unternehmen halten die Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern für zu groß. Für Betreiber kritischer Infrastrukturen wird daraus mehr als eine strategische Sor...

Roboter und Mensch zeigen auf das Wort Productivity

„Workslop“ statt Produktivität: KI macht Arbeit – wenn Kompetenz fehlt

KI soll Unternehmen effizienter machen. Doch wer nur Tools einkauft, gewinnt noch keine Produktivität. Ohne Fachwissen, Datenkompetenz und klare Standards entsteht schnell das Gege...